Susanne Benda

Autorin · Journalistin · Dramaturgin

Musik ist Sprache.Sprache ist Musik.Ich schreibe Texte über Klänge.Ich schreibe Texte, die nachklingen.Ich baue Brücken zwischen Musik und Worten, zwischen Kunst, Leser:innen und Publikum.Im März 2027 erscheint mein zweiter Roman.Herzlich Willkommen auf meiner Seite – und viel Freude beim Hören und Lesen!

Susanne Benda, Porträt
Foto: Wolfgang Schmidt

Gute Geschichten gibt es überall. Ich suche nach ihnen und erzähle sie weiter. In Romanen, Erzählungen, journalistischen Beiträgen und als Dramaturgin.

Neuer Roman: „Fürchte dich nicht"

Erscheint im März 2027 bei Edition Natura.

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Über mich

Vita

1963 wurde ich in Hannover geboren. Nach dem Abitur 1982 habe ich Germanistik, Musikwissenschaft und Theaterwissenschaft in Würzburg und München studiert und schon während des Studiums als freie Mitarbeiterin für Zeitungen, Rundfunk und Fachzeitschriften geschrieben.

Von 1987 bis 2002 habe ich bei Freiburg gelebt und als freie Journalistin gearbeitet. Dort kamen auch meine drei Kinder zur Welt. Danach war ich zwei Jahrzehnte lang Musikredakteurin der Stuttgarter Nachrichten, später auch der Stuttgarter Zeitung: eine wundervolle Zeit, in der ich das Stuttgarter Musikleben mit Liebe und Engagement begleitet habe, Dauergast der großen Festspiele war und zahlreiche große Künstlerinnen und Künstler kennenlernen durfte.

2023 habe ich auch deshalb den Schritt wieder in die Selbstständigkeit gewagt, weil ich mich breiter aufstellen wollte. Seither arbeite ich journalistisch, als Moderatorin, Dramaturgin, als Autorin für Veranstalter und CD-Labels, spreche bei Vorträgen und in Diskussionsrunden über Musik und mit Musizierenden, immer wieder auch beim SWR. Außerdem nehme ich mir Zeit zum freien Schreiben. So entstand „Dein Schweigen, Vater": ein Roman über ein Schweigen, das eine Familie über Generationen hinweg prägt. Er erzählt auch die Geschichte meines Vaters, der im Mai 1945 als Zwölfjähriger beim „Brünner Todesmarsch" aus Brünn vertrieben wurde und nie darüber gesprochen hat. Diesen Weg bin ich nachgegangen: mit meinen Füßen und anschließend schreibend mit Kopf, Herz und Händen.

Susanne Benda lächelnd im Garten, in dunkelblauer Bluse
Foto: Jim Martin
Geboren
1963 in Hannover
Studium
Germanistik, Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft (M.A.)
Studienorte
Würzburg, München
Lebensorte
Hannover, Würzburg, München, Freiburg, Schallstadt, Stuttgart

Autorin

Debütroman: „Dein Schweigen, Vater"

Brünn, Ende Mai 1945. Der Krieg ist vorbei, und gemeinsam mit sowjetischen Rotarmisten vollziehen die tschechischen Einwohner einen der grausamsten Vergeltungsakte der Nachkriegsgeschichte. Die deutschen Einwohner von Stadt und Umgebung werden über Nacht zusammengetrieben und auf den Weg ins besetzte deutsche Reich getrieben. Ohne ausreichend Nahrung und Trinkwasser kommen bei dieser als „Brünner Todesmarsch" zu trauriger Berühmtheit gelangten wilden Vertreibung gut 5000 Menschen um, vor allem Alte und Kinder.

Unter jenen, die überleben, ist auch Paul. Mit den Augen dieses zwölfjährigen Jungen, der nicht mehr Kind ist, aber auch noch kein Erwachsener, schildert der erste Teil meines Romans den Todesmarsch. Im zweiten Teil erleben wir den Jungen als Familienvater, der seine Traumata nur überdeckt, nicht aber bewältigt hat. Sie leben in seinen Nachfahren weiter. Pauls Kinder werden schließlich den Weg, auf dem auch ihre Urgroßmutter auf grausame Weise ermordet wurde, noch einmal gehen – eine Reise, die den Blick der „Kriegsenkel"-Generation auf die Geschichte und auf den schweigenden Vater grundlegend verändert und die den Fokus des Romans neu ausrichtet. In welcher Weise prägt uns die Geschichte unserer Vorfahren, und wie gehen wir mit vererbten Traumata um?

Zum Verlag

Leseprobe

„Kleine Kinder, denkt Christa, sind wie alte Leute: so hilflos, so nahe an der Erde. Vielleicht kommen beide aus derselben Welt. Vielleicht kommen neue Wesen von dort, wo die alten ihr Wesen verlieren. Wo sie verwesen. Vielleicht kommen Neugeborene aus dem Totenreich, und bevor ein Mensch geboren wird, muss er an seinen Vorfahren vorübergehen. Vor dem Tor zur Welt stehen die Ahnen wartend in einer Reihe, und jeder von ihnen packt dem Ungeborenen, das aufbrechen will, ein kleines Päckchen in den Rucksack. Dann tritt das Wesen ein ins Leben. Langsam, Jahr für Jahr, wird dort aus dem jungen Menschen ein alter; er lebt vor sich hin, wächst, vermehrt sich, seine Füße treten Spuren in die Erde. Spuren, die das Wasser ausspült und der Wind verweht. Und erst, wenn der Mensch gestorben ist, bemerkt er staunend, dass er kein einziges Päckchen ausgepackt, sondern alle nur so lange mit sich herumgetragen hat, bis sein Rücken krumm und die Beine müde geworden sind. Dann steht er selbst im Spalier der Ahnen, zusammen mit so vielen anderen, und gibt beim Auszug der Ungeborenen aus dem Totenreich seine Päckchen weiter."

Neuer Roman: „Fürchte dich nicht“

Buchcover „Fürchte dich nicht“ von Susanne Benda

Kann Demenz auch die Folge einer bewussten Entscheidung sein, einer Flucht vor zu vielen Einflüssen, Forderungen, Erinnerungen? Dieser These geht der Roman „Fürchte dich nicht“ nach. Und wagt ein doppeltes Experiment. Obwohl es um Abschied und Tod geht, wird auch gelacht. Und die Protagonistin Judith schildert ihren langsamen Abschied vom Außen und ihren Aufbruch ins Innen aus der eigenen Perspektive. Bei dem Versuch, den Prozess einer in Judiths Wahrnehmung langsam zerfallenden Wirklichkeit in Worte zu fassen, wird die Sprache zum Experimentierkasten; sie spiegelt das Hin und Her der Protagonistin zwischen großer und kleiner Welt in urkomischen wie in tieftraurigen Situationen.

„Fürchte dich nicht“ ist ein Roman über die Frage, ob und wie sich Erinnerung in die Gegenwart integrieren lässt, über das Loslassen vom Leben und von der eigenen Vergangenheit. Es geht um Verdrängen und Vergessen, Schuld, Selbstverantwortung und um die alles versöhnende Kraft der Liebe.

Erscheint im März 2027 bei Edition Natura.

Zum Verlag Edition Natura →

Leseprobe

„Ist es für ein Mädchen oder für einen Jungen?“

Die Frau im Laden steht vor mir mit zwei kleinen Gießkannen in den Händen. Eine ist blau, die andere rosa.

„Ich weiß nicht“, sage ich. Und das ist die Wahrheit. Spielen sollen die beiden, spielen im Sand gleich neben dem Meer, und woher soll ich wissen, ob eher das Mädchen oder eher der Junge. Und ob sie eine Kanne ablehnen, die nicht ihre Farbe. Obwohl das heute ja unsicher ist. In der Zeitung habe ich von einem Mann gelesen, der nicht als Mann gelesen werden will. Wirklich, so stand das da, gleich am Anfang. Ich habe das nicht verstanden und den Artikel deshalb auch nicht zu Ende gelesen. Aber der Satz hat nun Wurzeln geschlagen in meinem Kopf. So sehr, dass ich mich vorhin gefragt habe, ob ich eigentlich als Oma gelesen werden will. So nennen mich die beiden – na – also Anna und der Junge. Und was wäre, wenn ich ihnen sagen würde, dass ich lieber als Kranfahrer gelesen werden möchte oder als Küchenschabe. Zum Beispiel. Weil mir das gerade einfällt und weil ich es interessant finde, dass man offenbar so etwas sein kann wie ein Buch. Oder ein Plakat mit der Aufschrift „Ich bin eine Osterglocke“. Oder so. Schon hab‘ ich mich wieder verloren und weiß immer weniger, wo nun die Grenze ist zwischen wahr und falsch, wirklich und Traum. Wer sie bestimmt, wer sie verteidigt. Und ob es sie in einer Welt, die voll ist mit Lesenden und Gelesenen, überhaupt noch geben kann. Vielleicht ist sie immer ganz hinten am Horizont, wo Himmel und Meer zusammenfließen. Man mag auf sie zufahren, doch man kommt ihr nicht näher, man erreicht sie nie.“

Journalistin

Worte über Musik

Musik lässt sich nicht in Worte fassen. Ich versuche es trotzdem – seit mehr als vier Jahrzehnten und mit ungebrochenem Elan. Dabei geht es mir nicht nur um Einordnung und Erklärung, sondern auch darum, Leser:innen und Hörer:innen am Zauber und am Feuer der Kunstwerke teilhaben zu lassen, denen ich begegnen durfte. Musik besteht nicht nur aus Noten, sondern auch aus dem, was diese Noten bewirken: aus Empfindung und Resonanz.

20 Jahre lang habe ich als Kulturredakteurin bei den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung vor allem über klassische Musik, Oper und Neue Musik geschrieben. Seit 2023 arbeite ich als freiberufliche Journalistin für Tageszeitungen, Fachzeitschriften und Rundfunkanstalten, vor allem für den SWR. Außerdem bin ich Mitglied der Jury „Chormusik und Vokalensemble" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e. V.

Schloss Schwetzingen mit Fontäne im Schlossgarten

Dramaturgin

Musik im Gespräch

Seit 2025 arbeite ich als Dramaturgin für die Schwetzinger SWR Festspiele. Ich schreibe Texte für die Programmhefte, halte Einführungsvorträge und führe Künstler:innengespräche und bin so ganz nah dran an beiden Seiten: der Kunst und dem Publikum. Und das an einem der schönsten Orte der Welt, dem Schwetzinger Schloss und seinem Schlossgarten!

Kontakt

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Als Journalistin, Moderatorin und Autorin bin ich gerne für Sie da. Ich freue mich über Nachrichten und Anfragen – unter info@susannebenda.de oder über das Kontaktformular.